Advent - Passion


 

A D V E N T

 

Propheten Cocktails in 4 Bildern

Micha - Amos - Jeremia - Jesaja

 

 

 

 

Ausstellungstermine für Dez. 2021 frei 

 


 

 

 

P A S S I O N

Fluxus Crucis

Zyklus in 19 Großleinwandbildern (120 x 80 cm)

 

Interpretationen:

+ Sukkot - Abendmahl - Gethsemane

+ die 14 klassischen Kreuzwegstationen

+ Auferstehung - Ostern

Exerzitienhaus Himmelspforten, Würzburg, Mainaustr. 42

 

Dauerausstellung

Besuche und Führungen kostenlos

 

27. März 2021  bis 21. Mai 2021

  

 

Führungen sind nur möglich bei Inzidenz unter 100, mit Terminbuchung und Kontaktdatenerhebung unter :

info@himmelspforten.net  oder 0931 386 680 00

Max. Teilnehmerzahl: 10

Anmeldung wöchentlich jeweils bis zum Do. um 12 Uhr möglich.  

 

Führungen im April/Mai jeweils um 15.30 Uhr :

 29.4. / 8.5. / 15.5. / 21.5.

Sonderführungen sind immer möglich nach Rücksprache mit dem Exerzitienhaus.

 -----------------------------------------------------------------------------------------

Darstellung der unteren Bilder nicht im Originalformat und in minderer Auflösung!


Angerichtet

 

auf Tellern in Reminiszenz zum jüdischen Seder-Teller, der zum Menü des Narrativs der Befreiung und Erlösung Israels einlädt. Der Hauptgang präsentiert sich traditionell mit den 14 Gängen des christlichen Kreuzwegs. Das Horsd’œuvre, ein Festmahl unter 1000 Sternen über familiären Séparées im Zentrum jüdischen Glaubens und römischer Macht im Tempel von Jerusalem beim Laubhüttenfest Sukkot. Jesu Kritik am politisch-religiösen Gourmet-Tempel wird zum Sakrileg. Der bis heute täglich im jüdischen Morgengebet angerufene Ewige rettet ihn nicht vor dem Urteil jüdischer und römischer Haubenträger.

 

Rettung und Erlösung laden verführerisch zum fastfood ein, betörend angerichtet mit dem Duft der Rose. Nur, ihr Duft, ihr Geschmack, Sinn und Leben, Erlösung, ist nicht ohne den Kontrapunkt, den Gestank, die Geschmacklosigkeit, das Gift, den Tod, den Un-Sinn, ohne das Kreuz zu haben. Spitzenköche der Weltgeschichte haben angerichtet, was Menschen zu Fall bringt - Kriege, Schoah und religiöses Convenience-Food aus erlösungsreichem Glutamat. Unerträglich für einen allein, auch für Jesus. Andere müssen das Kreuz auf sich nehmen, um zum nächsten Gang zu kommen. Das Unerträgliche löst Bilder aus, die festhalten wollen, was nicht festzuhalten ist. Schon damals eine ZEISS-IKON, die verspricht, ein Verum IKON von Jesus zu bekommen?

 

Das Bittere treibt Frauen Tränen in die Augen, berührt, was sie selber lähmt und quält. Gerade die, die nicht loslassen können von dem, was sie zur Welt bringen, auch wenn alle Bande dazu zerrissen sind. Der Erlöser, hingerichtet ohne den letzten Habitus, Mantel und Signum seiner jüdischen Identität. Andere werfen darüber das Los. Hingerichtet vor den Augen derer, die ihre religiösen und politischen Hoffnungen in seinem Ende zerbrochen sehen. Hingerichtet zwischen dem Himmel ihrer Träume und ihrer die Erde verleugnenden Realität.

 

Der Erlöser, festgenagelt, um loszulassen von letztem Halt, um frei zu werden für neues Leben. Erlösung dem Erlöser. Aufgerichtet im Tod. Noch einmal zurückgelegt in das Dunkel des Mutterschoßes, in ein Grab, das ihn nicht hält. Umsonst die Suche der Vertrauten nach dem, der er für sie war. Allein die Tücher bleiben und ein ewiger Nachgeschmack. Und das einfache Rezept von Brot und Wein, angerichtet als himmlisches Gastmahl für so viele.

 

R. Behr 2018


"Das Kreuz ist weder ein beliebiges Dekor, noch ein Herrschaftszeichen. Es muss neu geschaut und erschlossen werden."

 

"Wenn man etwas lernen will, dann muss man sich Dingen aussetzen, die einen mäßig, aber immerhin doch überfordern. Das heißt, auch zu einer weiteren und tieferen Sicht zu stimulieren."

 

Bischof Glettler, Innsbruck


Katharsis Ecclesiae

 

"Ideologiegefährdete Systeme aller Art müssen permanent einer Katharsis unterzogen werden. Wenn sie es selbst nicht schaffen, weil die Erstarrung bereits fortgeschritten ist, so muss dies von außen geschehen – im Extremfall auch durch Spott und aggressive Konfrontation. Wie wir aus einigen Epochen der Geschichte wissen, können auch in der Kirche geschlossene und lebensfeindliche Systeme entstehen, die sich repressiv und aggressiv gegen jene richten, deren Weltanschauungen und Lebensweise nicht mit den dort propagierten „kirchlichen“ Vorstellungen übereinstimmen."

 

MMag. Hermann Glettler, Graz

(In der Schule der verflüssigten Moderne, PThl, 34. Jahrg. 2014)

 

links:

Corpus de la vigne, Épieds à Saumur, Foto: R. Behr 2019