Dekalog

 

 

 

 

 

 

Das "Zehn-Wort" auf 10 Tafeln

 

Die Originale

digital und sprachlich interpretiert

 

 

11 Hochformate

Leinwand

je 60 x 40 cm

 

Ausstellungsanfragen

unter "KONTAKT"


Advent

 

 

 

Propheten Cocktails

 

4 Bilder

Micha - Amos - Jeremia - Jesaja

 

 

 

Noch Ausstellungstermine für Dezember 2022 frei 

 

M I C H A

 

In Trümmern   Was dir heilig war   Worauf du gebaut hast

Deine Sicherheit   Der Boden unter deinen Füßen

Genommen   Dein Erbe   Genommen   Deine Zukunft   Genommen

Ganz legal von denen da oben

Gottvergessen   Wird das Allerheiligste in Trümmern liegen

Zerbrochen eure Stadt, euer Tempel, euer Glaube

Irgendwann aber   Zieht ihr wieder zu IHM am Berg

Fragt nach anderen Wegen   Kommt zur Ruhe

Irgendwann   Nicht morgen oder übermorgen

 

Da ist sich der Prophet bei Gott nicht sicher

„In späten Tagen“ schreibt Micha (4,1)

A M O S

 

Vertrocknet was dich einst erfüllte   Ohne Saft und Kraft dein Leben

Was dich früher in Bewegung brachte    Träume, Hoffnungen, Ziele, Freunde, …   Totholz   Für dich, für andere, für dein ganzes Land

Du bist dir selbst der Nächste   Fromme Romantik am Sonntag vielleicht   Ein wenig bunter Zauber im Steingarten-Alltag

Rechtsfreie Räume im Land   Gewalt und Machtmissbrauch

Woher Kraft nehmen wachsen zu lassen was dich früher leben ließ

Im Vergessen Deiner Geschichte mit dem der sich auf deine Seite stellte   Dich groß gemacht hat   Sich klein gemacht hat

Ein Kind seiner Zeit wurde   Gott-Vergessen   „Vielleicht“ kommen ja Tage, kommen Zeiten   Wenn du die Erde bereitest … also dich … der du das Potenzial bist aus dem Neues wachsen kann

 

Nur da ist sich der Prophet bei Gott nicht sicher

„vielleicht“ sagt Amos (Am 5,15)


 

 

J E S A J A

 

Ausgebrannt   Kraftlos

Wie gelähmt in Angst   Dass dir Hören und Sehen verging

Öde wüste Tage   Versandet deine Quellen

Augenflimmern   Gottvergessen

Aber einmal richtest du dich wieder auf

kommst du in Bewegung   hörst und siehst du neu

Nur – das liegt nicht in Gottes Händen   In Deinen

Mach sie stark, Deine Hände

Wenn Du den Verzweifelten Mut gibst

Und Vertrauen

 

Dann, ja „dann …“ sagt Jesaja (35,5)

 

 

J E R E M I A

 

Steine in den Weg gelegt   Auf die Falschen vertraut

Menschen-, Geschichts- und Gottvergessen

Entwurzelt   Am Boden zerstört

Ein Segen   aus den Wurzeln zu leben

aus seiner Geschichte   aus Gott

Mag es heiß werden  . . .   Noch ist sein Gesetz Weisung

Da wo das Herz schlägt   In uralten Zeichen

Da ist zu lesen   „Höre  . . .“

Wann?   Da ist sich der Prophet bei Gott sicher

 

„Es werden Tage kommen  . . .“   schreibt Jeremia (31,31)



Passion

 

 

 

Fluxus Crucis

Zyklus in 19 Großleinwandbildern

je 120 x 80 cm

 

Interpretationen:

+ Sukkot - Abendmahl - Gethsemane

+ die 14 klassischen Kreuzwegstationen

+ Auferstehung - Ostern

 

Noch Ausstellungstermine für 2022 frei


Angerichtet

 

auf Tellern in Reminiszenz zum jüdischen Seder-Teller, der zum Menü des Narrativs der Befreiung und Erlösung Israels einlädt. Der Hauptgang präsentiert sich traditionell mit den 14 Gängen des christlichen Kreuzwegs. Das Horsd’œuvre, ein Festmahl unter 1000 Sternen über familiären Séparées im Zentrum jüdischen Glaubens und römischer Macht im Tempel von Jerusalem beim Laubhüttenfest Sukkot. Jesu Kritik am politisch-religiösen Gourmet-Tempel wird zum Sakrileg. Der bis heute täglich im jüdischen Morgengebet angerufene Ewige rettet ihn nicht vor dem Urteil jüdischer und römischer Haubenträger.

 

Rettung und Erlösung laden verführerisch zum fastfood ein, betörend angerichtet mit dem Duft der Rose. Nur, ihr Duft, ihr Geschmack, Sinn und Leben, Erlösung, ist nicht ohne den Kontrapunkt, den Gestank, die Geschmacklosigkeit, das Gift, den Tod, den Un-Sinn, ohne das Kreuz zu haben. Spitzenköche der Weltgeschichte haben angerichtet, was Menschen zu Fall bringt - Kriege, Schoah und religiöses Convenience-Food aus erlösungsreichem Glutamat. Unerträglich für einen allein, auch für Jesus. Andere müssen das Kreuz auf sich nehmen, um zum nächsten Gang zu kommen. Das Unerträgliche löst Bilder aus, die festhalten wollen, was nicht festzuhalten ist. Schon damals eine ZEISS-IKON, die verspricht, ein Verum IKON von Jesus zu bekommen?

 

Das Bittere treibt Frauen Tränen in die Augen, berührt, was sie selber lähmt und quält. Gerade die, die nicht loslassen können von dem, was sie zur Welt bringen, auch wenn alle Bande dazu zerrissen sind. Der Erlöser, hingerichtet ohne den letzten Habitus, Mantel und Signum seiner jüdischen Identität. Andere werfen darüber das Los. Hingerichtet vor den Augen derer, die ihre religiösen und politischen Hoffnungen in seinem Ende zerbrochen sehen. Hingerichtet zwischen dem Himmel ihrer Träume und ihrer die Erde verleugnenden Realität.

 

Der Erlöser, festgenagelt, um loszulassen von letztem Halt, um frei zu werden für neues Leben. Erlösung dem Erlöser. Aufgerichtet im Tod. Noch einmal zurückgelegt in das Dunkel des Mutterschoßes, in ein Grab, das ihn nicht hält. Umsonst die Suche der Vertrauten nach dem, der er für sie war. Allein die Tücher bleiben und ein ewiger Nachgeschmack. Und das einfache Rezept von Brot und Wein, angerichtet als himmlisches Gastmahl für so viele.

 

R. Behr 2018


"Das Kreuz ist weder ein beliebiges Dekor, noch ein Herrschaftszeichen. Es muss neu geschaut und erschlossen werden."

 

"Wenn man etwas lernen will, dann muss man sich Dingen aussetzen, die einen mäßig, aber immerhin doch überfordern. Das heißt, auch zu einer weiteren und tieferen Sicht zu stimulieren."

 

Bischof Glettler, Innsbruck


Katharsis Ecclesiae

 

"Ideologiegefährdete Systeme aller Art müssen permanent einer Katharsis unterzogen werden. Wenn sie es selbst nicht schaffen, weil die Erstarrung bereits fortgeschritten ist, so muss dies von außen geschehen – im Extremfall auch durch Spott und aggressive Konfrontation. Wie wir aus einigen Epochen der Geschichte wissen, können auch in der Kirche geschlossene und lebensfeindliche Systeme entstehen, die sich repressiv und aggressiv gegen jene richten, deren Weltanschauungen und Lebensweise nicht mit den dort propagierten „kirchlichen“ Vorstellungen übereinstimmen."

 

MMag. Hermann Glettler, Graz

In der Schule der verflüssigten Moderne, PThl, 34. Jahrg. 2014

 

links:

Corpus de la vigne, Épieds à Saumur, Foto: R. Behr 2019